Unser Ziel

Rüsselsheim ist bis 2035 klimaneutral !

Wir wollen unseren Kindern und Enkelkindern ein lebenswertes und innovatives Rüsselsheim erhalten und den Rüsselsheimer Magistrat darin unterstützen, seinen Beitrag zum weltweiten 1,5-Grad-Ziel zu leisten.

Dazu brauchen wir Klimaneutralität bis 2035 und die Umsetzung des Klimastadtplans für Rüsselsheim.

Unsere Ziele für die Stadt Rüsselsheim (Klimastadtplan)

ÜBERGREIFEND

1. Klimaneutralität bis 2035 beschießen

Ab 2035 werden im gesamten Stadtgebiet (inkl. Unternehmen, öffentlichen Gebäude, Verkehr; exkl. Flughafen u. Autobahnen) nicht mehr CO2-Emissionen emittiert, als an anderer Stelle wieder gebunden oder kompensiert werden.

2. Übergreifende Klimaverantwortung verankern

Die Stadt institutionalisiert den Klimaschutz in ihrer Administration, indem alle Kräfte und Kompetenzen weiterhin in einer klaren Verantwortlichkeit mindestens auf Dezernentenebene gebündelt werden. Alle bislang befristeten Stellen in den Einheiten Klimaschutz, Gebäudemanagement, Grünplanung sowie Mobilität werden entfristet und zusätzlich zehn weitere Vollzeitstellen geschaffen. Bei allen städtischen Planungsprozessen werden diese Einheiten im Querschnitt frühzeitig beteiligt, um Potenziale für den Klimaschutz zu heben.

3. Bürgerräte zum Klimaschutz regelmäßig einberufen

Zur besseren Beteiligung der Bürger werden mindestens zweimal im Jahr sogenannte
Bürgerräte durch die Stadt organisiert. Dies bedeutet, dass eine definierte Anzahl an Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürgern nach dem Zufallsprinzip zu einem Schwerpunktthema aus dem Bereich Klimaschutz zu einem Workshop eingeladen
werden, um Ideen und Impulse aus der Bevölkerung zu entwickeln. Die Auswahl der
Themen erfolgt idealerweise mit den Klimaakteuren der Stadt.

4. Klimaschutz an Rüsselsheimer Schulen und KITAs etablieren

Pro-aktiver Klimaschutz, Naturerziehung und Verkehrs- bzw. Mobilitätsbildung werden an Rüsselsheimer Schulen und Kindergärten verankert und durch eine neue Stelle der städtischen Umweltpädagogen/in koordiniert. Diese etabliert und betreut u. a. Arbeitsgruppen (AGs) zu den genannten Themen. Es wird ein Programm aufgelegt, um Schulen für Energieeinsparungen zu belohnen

(Vorbild EmMi=Energiesparmodell an Wiesbadener Schulen).

5. Suffizienzangebot schaffen

Die Stadt baut ein zielgerichtetes Beratungsangebot für die Einwohner auf, um geeignete Potenziale zur Reduzierung von Energie- und Rohstoffverbrauch aufzuzeigen. Dieses wird u. a. in bestehende Beratungen im sozialen Bereich integriert.

ENERGIE & BAU

6. Aufsuchende Energieberatung regelmäßig organisieren

Die Stadt Rüsselsheim organisiert und finanziert eine “Aufsuchende Energieberatung” in mind. zwei Stadtteilen pro Jahr, um die Sanierungsquote in Privathaushal-
ten auf mind. 4% pro Jahr zu erhöhen. Dabei wird jeder angefertigte “Individuelle Sanierungsfahrplan (ISFP)” durch die Stadt mit 150€ gefördert (Vorbild:Mörf.-Walld.).

7. Vorgaben zur Klimaneutralität in Bebauungsplänen machen

Die Stadt wird alle städtebaulichen Möglichkeiten bei der Festsetzung neuer Bebauungspläne ausschöpfen, um den Bau klimaneutraler Immobilien vorzuschreiben.

8. Neubauten und Sanierungen klimaneutral realisieren

Die Stadt geht mit guten Beispiel voran und sieht für ihre Liegenschaften und Gebäude (auch Schulen und KITAs) beim Neubau mind. einen Energieeffizienzstandard KfW40 Plus und bei Sanierungen mind. KfW40 vor. Strom und Wärme sollen aus Quellen der erneuerbaren Energien stammen, die Materialien nachhaltig und recyclingfähig sein. Dabei setzt sie den vorliegenden Beschluss zum Passivhaus konsequenter um, indem sie bei der im Voraus stattfindenden Investitionsplanung höhere

Puffer einplant und bei der Investitionsentscheidung die Betriebskosten über mind. 20 Jahre vergleicht. Die Ablehnung einer Sanierungs- und Neubaumaßnahme aus Kostengründen muss durch eine Prüfinstanz im Magistrat bestätigt werden. Um die Wohnungsbaugesellschaft auf dem „Weg zur Klimaneutralität” maximal zu unterstützen, werden ab sofort keine Gewinnausschüttungen zur Sanierung des städtischen Haushalts mehr verlangt.

9. Übergreifende Wärmeplanung für die Stadtteile vornehmen

Es wird ein Expertenbüro beauftragt, welches eine übergreifende Wärmeplanung in
der Stadt implementiert. Dafür werden vorhandene Wärmequellen (z. B. Abwärme Industrie, Kläranlage, Rechenzentren, etc.) im Stadtgebiet identifiziert, um diese für Quartiers- und Nahwärmekonzepte zu nutzen.

STADTGRÜN

10. Biotopvernetzungskonzept von 1993 fortschreiben

Die Anträge der Naturschutzverbände vom 07.11.2020 sowie vom 24.03.2021 zur Fortschreibung und Umsetzung des Biotopvernetzungskonzepts von 1993 sollen angenommen und realisiert werden.

Folgende Inhalte dieser Anträge seien hervorgehoben:

    • Berücksichtigung der hessischen Biodiversitäts-Strategie
    • Nachhalten des Fortschritts in einem Monitoring,
    • Notwendige finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung stellen
    • Förderung der ehrenamtlichen Arbeit sowie öffentlichkeitswirksamer Initiativen.

11. Grundlagen der Entsiegelung und Regenwassernutzung ermitteln

Die Stadt erarbeitet innerhalb von 12 Monaten ein Konzept, wie sie zukünftig durch geeignete Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen und einem integrierten
Regenwassernutzungskonzept Regenwasser besser ableiten und es dort speichern kann, wo es fällt.
Ein Entsiegelungskataster ist einzurichten.

12. Bäume im Stadtgebiet klimaresilient nachpflanzen

Es werden jährlich mind. 250 klimaresiliente Bäume gepflanzt. Im Bestand werden Standortverbesserungen durchgeführt. Damit werden entscheidende Vorkehrungen getroffen, um den Rüsselsheimer Baumbestand widerstandsfähiger für den Klimawandel zu machen.

MOBILITÄT

13. Reduktion des motorisierten Individualverkehrs vorantreiben

Die Stadt Rüsselsheim ergreift in ihrer Zuständigkeit geeignete verkehrsbauliche Maßnahmen und Anreize, um den Umweltverbund (Fuß-, Radverkehr, ÖPNV) gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV) attraktiver zu machen. Nach der geplanten Nullmessung zum Verkehrsaufkommen in 2023 (Messkonzept der TU Dresden) ist es das Ziel bis 2035, mind. die Hälfte aller Fahrten des MIV auf einer Distanz bis 5km zu verlagern.

14. Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verbessern

Dem ÖPNV wird im gesamten Stadtgebiet insbesondere durch entsprechende Ampel und Signalschaltungen und eigene Fahrspuren Vorrang gewährt. Die Mobilitäts-angebote sollten barrierefrei gestaltet sein und sozialverträglich angeboten werden.

Die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel (z. B. die Mitnahme von Zweirädern) muss gewährleistet werden. Es sollte das Ziel sein, die Frequenz der bestehenden Stadtbuslinien in der Hauptverkehrszeit auf einen 15-Minuten-Takt zu entwickeln. Expressbusverbindungen werden ausgebaut. Alle Stadtteile werden durch einen Expressbus-Ring verbunden. Express-Bushaltestellen sind mit ausreichend Fahrradständern zu versehen.

15. Parkraum-Management ausdehnen

Ausgehend vom Stadtzentrum werden in den nächsten drei Jahren alle Parkplätze in Rüsselsheim der Parkraumbewirtschaftung und dem Bewohnerparken zugeführt, mit Ausnahme von Parkplätzen für stationäres Carsharing. Ungenutzte Parkflächen in Parkhäusern werden als Quartiersparkplätze dem Bewohnerparken zugeführt.

16. Fußverkehr fördern

Gehwege in Rüsselsheim werden sicher, barrierefrei und mind. 2,5m breit gebaut (nicht zu Lasten von Radverkehr/ÖPNV/Stadtgrün). Bei jeder verkehrsbaulichen Maßnahme wird geprüft, wie der Fußverkehr (insbesondere auf den Schulwegen) gestärkt werden kann. Es wird eine zusätzliche Stelle für den Fußverkehr geschaffen.

17. Radverkehr fördern

Das Radverkehrskonzept soll schnell und umfassend umgesetzt werden. Dabei realisiert die Stadt im Stadtgebiet die Radschnellwege des Kreises Groß-Gerau.
Zudem plant und realisiert sie Fahrradstraßen, wie im Radverkehrskonzept beschrieben. Hierbei sollen die Stadtteile mit der Innenstadt sowie miteinander
durch mindestens eine Fahrradstraße verbunden werden. Es soll zudem ein dringlicher Fokus sein, die Schulwege mit sicheren und durchgängigen Fahrradwegen zu versehen.

  • Hasslocher Brauhaus

  • Marktplatz mit Stadtkirche

  • Alter Brunnen mit Kirche Bauschheim

  • Bismarckplatz Königstädten

Unser Weg

Wir unterstützen die Rüsselsheimer Politik, den bereits vorhandenen Maßnahmenkatalog mit unserem Klimaschutzplan zu erweitern und umzusetzen.

Die Maßnahmen werden verbindlich nachverfolgt und gemonitort, wobei regelmäßig öffentlich über den Fortschritt berichtet werden soll.

Wir bringen als Bürgerinitiative unterstützend und konstruktiv die Stadt und die Bevölkerung zusammen, um gemeinsam unsere Zukunft zu gestalten.

Die Herausforderungen des Klimawandels nehmen wir als Stadt und Gesellschaft an. Wir nutzen die Chance unsere Stadt zum Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit zu machen. Dadurch erhöhen wir signifikant die Lebensqualität in Rüsselsheim.

Sie wird grüner und sauberer!